Skitour auf den Brennkogel (3.018 m)

2. Juni 2019

Strahlender Himmel, leuchtende Gipfel, ein gleißender, steiler Hang vor uns, über den eine Aufstiegsspur hinaufzieht, die nach einer einzigen Spitzkehre die Brennkogelscharte zu erreichen scheint. Unser Auto ist in der Elendgrube stehen geblieben, nachdem wir von Fusch über die Glocknerstraße heraufgefahren sind noch bevor die Organisatoren des Glocknerkönig-Radrennens die Straße abgesperrt haben. Ein einzelner Tourengeher wandert bereits durch den Grund der Elendgrube auf den ersten Hang zu. Wir schließen uns ihm wenig später an und staunen nach der Tour, wie leicht uns der Aufstieg in der offenbar ideal angelegten, steilen Spur gefallen ist.


Aus der Brennkogelscharte queren wir unter Felsen hindurch den nächsten steilen Hang. Während der untere Hang bereits aufgefirnt war, gibt es hier harten Schnee. Gewürzt wird die Querung durch die gefrorenen Schneebrocken einer Lawine, die vor ein paar Tagen heruntergerauscht ist. Jenseits der Lawinenbahn gelangen wir in sanftere Hänge, das Steigen ist zwar anstrengend, aber nicht mehr so mühsam wie in den steilen Abschnitten. Erst das vorletzte Stück dieses Aufstiegs wird noch einmal richtig steil und hart, ehe wir den westlichen Gipfelbereich des Brennkogels erreichen. Über diesen führen Fußspuren und Skispuren in wildem Wechsel hinauf.


Das Gipfelkreuz ist fast komplett unter dem Schnee versteckt. Ein paar Tourengeher machen sich ein Vergnügen und graben es mit ihren Lawinenschaufeln unter viel Hallo aus. Die Sicht ist fantastisch: Der Glockner steht zum Greifen nah im Westen, markant zieht der Stüdlgrat von Süden hinauf. Ein „Stockwerk“ unter uns erkennen wir den Gipfel des Kloben. Im Süden steht der Hochschober zwischen seinen Trabanten der Schobergruppe.


Die Abfahrt hält begeisternde Passagen bereit, dazwischen wird’s über den Lawinenkegel ein bisserl holprig. Die steile Querung ist immer noch spannend. Der letzte Hang aus der Brennkogelscharte hinunter in die Elendgrube ist so weich, so dass bei fast jedem Schwung kleine Schneerutsche ausgelöst werden. Mit den modernen weichen Tourenskiern lässt sich so ein „Sumpf“ recht gut fahren. Wir lachen, denn mit alten, steifen Brettern würde man kraftraubend drin umeinanderpflügen.


Eine fantastische, ein bisserl anspruchsvolle Tour. Dabei waren Franz Gensthaler, Harry Loher, Rudi und Andi Schmalreck.


Gez. Christl Gensthaler